Arbeits- und Organisationspsychologie

Forschung

Wertschätzung am Arbeitsplatz

Worum geht es?

Kaum jemand zweifelt daran, dass Wertschätzung am Arbeitsplatz von grosser Bedeutung für Wohlbefinden, Gesundheit und Motivation sein kann. Trotzdem gibt es erstaunlich wenige Studien, welche Wertschätzung als mögliche Ressource systematisch untersuchen.

Die Untersuchung

Das vom Schweizerischen Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (SNF) unterstützte Forschungsprojekt baut auf bisherige Untersuchungen zum Thema Wertschätzung von der Abteilung Arbeits- und Organisationspsychologie der Universität Bern.
Die bisherigen Erkenntnisse sollen erweitert werden indem die geplante Untersuchung erstmals (1) Zusammenhänge zwischen Wertschätzung und Befinden im Längsschnitt berücksichtigt und (2) das tägliche Erleben von Wertschätzung und damit zusammenhängende Veränderungen im Befinden berücksichtigt.

Die Messinstrumente

Für unsere Untersuchung werden zu drei Messzeitpunkten (jeweils mit einem Abstand von zwei Monaten) drei Messinstrumente zum Einsatz kommen: (a) ein allgemeiner Fragebogen über Arbeitsbedingungen und Wohlbefinden, (b) ein Tagebuch, bei welchem die Teilnehmer mit Fokus auf Wertschätzung jeweils positive und belastende Erlebnisse am Arbeitsplatz berichten und (c) ein abschliessender Fragebogen, welcher abends nach der Arbeit ausgefüllt wird.

Die Ziele der Untersuchung

Die Untersuchung soll Aufschluss über die Zusammenhänge zwischen Wertschätzung und Befinden geben. Die Ergebnisse sollen (wissenschaftlich) publiziert werden und in die weitere Forschungs- und Lehrtätigkeit der Abteilung einfliessen und mögliche praktische Implikationen aufzeigen.

Kontakt

E-Mail: gesundheit@psy.unibe.ch
Telefon: + 41 (0)79 157 98 99

Vertraulichkeit der Daten:

Alle Angaben werden streng vertraulich behandelt und anonymisiert. Aus Berichten und Publikationen werden keine Rückschlüsse auf einzelne Personen möglich sein.

Wer sind wir?

Das Forschungsteam für dieses Projekt an der Abteilung Arbeits- und Organisationspsychologie der Universität Bern besteht aus (von links nach rechts auf dem Bild):

- Prof. Dr. Norbert K. Semmer (Projektverantwortlicher)
- Dr. Nicola Jacobshagen (Supervisorin)
- Dr. Wolfgang Kälin (Supervisor)
- MSc Isabel Pfister (Leiterin)
- BSc Pascal Raemy (Teammitglied)
- BSc Benjamin Ulrich (Teammitglied)
- BSc Rebecca Lanz (Teammitglied)

Nicht auf dem Bild:
- BSc François Rossé (Teammitglied)
- MSc Désirée Stocker (Doktorandin)

Ausgewählte Publikationen von der Universität Bern zum Themengebiet

Grebner, S., Elfering, A., & Semmer, N. K. (2008). Subjective occupational success: A resource in the stress process. In J. Houdmont & S. Leka (Eds.), Occupational health psychology: European perspectives on research, education and practice (Vol. 3, pp. 89-110). Nottingham, UK: Nottingham University Press.

Grebner, S., Elfering, A., & Semmer, N. K. (2010). The success resource model of job stress. In P. L. Perrewé & D. C. Ganster (Eds.), Research in occupational stress and well being (Vol. 8, pp. 61-108). Bingley, UK: Emerald Group Publishing.

Gross, S., Semmer, N. K., Meier, L. L., Kälin, W., Jacobshagen, N., & Tschan, F. (2011). The effect of positive events at work on after-work fatigue: They matter most in face of adversity. Journal of Applied Psychology, 96, 654-664. doi:10.1037/a0022992

Jacobshagen, N., Oehler, N., Stettler, E., Liechti, S., & Semmer, N. K. (2008, November). Appreciation at work: Measurement and associations with well-being. Poster presented at the 8th Conference of the European Academy of Occupational Health Psychology, Valencia, Spain.

Jacobshagen, N., & Semmer, N.K. (2009). Wer schätzt eigentlich wen? Kunden als Quelle der Wertschätzung am Arbeitsplatz. Wirtschaftspsychologie, 11(1), 11-19.

Jacobshagen, N., Semmer, N. K., Meier, L. L., & Elfering, A. (2011). Legitimacy of stress situations and their relationship to situational well-being, self-esteem, and revenge. Manuscript in preparation.

Semmer, N.K., & Jacobshagen, N. (2003). Selbstwert und Wertschätzung als Themen der arbeitspsychologischen Stressforschung. In K.-C. Hamborg & H. Holling (Hrsg.), Innovative Personal- und Organisationsentwicklung (S. 131-155). Göttingen: Hogrefe.

Semmer, N. K., & Jacobshagen N. (2010). Feedback im Arbeitsleben – eine Selbstwert-Perspektive. Gruppendynamik und Organisationsberatung, 41, 39-55. doi:10.1007/s11612-010-0104-9

Semmer, N. K., Jacobshagen, N., & Meier, L. L. (2006). Arbeit und (mangelnde) Wertschätzung. Wirtschaftspsychologie, 8(2-3), 87-95.

Stocker, D., Jacobshagen, N., Semmer, N. K. & Annen, H. (2010). Appreciation at Work in the Swiss armed forces. Swiss Journal of Psychology, 69(2), 117-124. doi:10.1024/1421-0185/a000013

Semmer, N. K., Messerli, L., & Tschan, F. (2016). Disentangling the components of surface acting in emotion work: Experiencing emotions may be as important as regulating them. Journal of Applied Social Psychology, 46, 46-64. doi.org/10.1111/jasp.12364